MS Finnmarken
Mit der MS Finnmarken auf hoher See

Vom Hotel zum Schiff
Gestern wurde das kleine Checker-Spiel gespielt. Zuerst hieß es, aus dem Hotel auszuchecken. Dazu hatten wir bis 12 Uhr Zeit. Da wir erst um 14:45 Uhr auf dem Schiff erwartet wurden und laut Parkplatzbetreiber für das Parken mit einer dreiviertel Stunde Vorlauf rechnen sollten, war also locker Zeit genung. Wir konnten folglich ohne Eile zum Frühstück und danach unsere Sachen ins Auto packen. Nach dem Auschecken die erste Überraschung für diesen Tag: 120€ Parkgebühren für nicht ganz drei Tage! Irgendwo hatten wir etwas von 30€/Tag gelesen. Gut, das wären auch noch 90€ gewesen, aber damit hatten wir uns arrangiert. Für den bewachten Parkplatz am Hafen-Terminal bezahle ich für 15 Tage nur wenig mehr als die aufgerufenen 120€. So sind sie eben, die Parkpreise in der Innenstadt.
Die Fahrt zum günstigeren Parplatz am Hafen-Terminal verlief trotz der vielen Baustellen in Hamburg ereignislos und staufrei. Auch der Checkin auf dem Schiff war sehr entspannt. Koffer abgeben, Personalausweise vorlegen, freundlich für ein Foto, gemacht mit einem Tablet, lächeln, Sicherheitskontrolle durchlaufen, fertig. Das alles ging ganz zügig und ohne warterei. Die längste Zeit haben wir benötigt, um unsere Sachen nach der Sicherheitskontrolle wieder zusammenzuklauben. Danach ging es sofort aufs Schiff und direkt in die uns zugewiesene Kabine. Auf das Pier kommt man in Hamburg nicht. Es gibt eine Gangway und auch der Rest der Abfertigungshalle mit Sicherheitsschleuse gleicht eher einem Flughafen. Aus diesem Grund gibt es noch keine Außenaufnahme der MS Finnmarken, unsere Unterkunft für die nächsten 15 Tage.
In der Kabine erlebte zumindest ich die zweite Überraschung. Und zwar eine der positiven Art. So viel Raum! Und so viel schränke! Im Gegensatz zu der Kabine auf meiner letzten Fahrt, die auf der gleichen Ebene lag, hat insbesondere der Stauraum enorm zugenommen. Meine Befürchtung, dass wir uns zum Teil aus den Koffern bedienen müssen, war völlig unbegründet. Auch meine Liebste war von dem Platzangebot angenehm überrascht.
Nach dem Auspacken haben wir erst einmal ein wenig das Schiff erkundet und an der obligatorischen Sicherheitseinweisung teilgenommen. Danach ging es auf das Aussichtsdeck mit Bar und äußerst gemütlichen Clubsesseln direkt vor den Panoramascheiben. Bei einem Glas Sekt konnten wir das Auslaufen aus dem Haburger Hafen beobachten. Nach etwa 45 Minuten haben wir den Hafenbereich mit passieren der letzten Airbus-Hallen schließlich hinter uns gelassen und es wurde Zeit für das Abendessen. Ein reichhaltiges Buffet mit ausgesprochen schmackhaften Speisen aller Art wurde von uns und den übrigen Gästen vereinnahmt.
Die Schiffsschaukel
Die Nacht verlief ausgesprochen ruhig, da wir noch lange Zeit auf der Elbe unterwegs waren und auch die Nordsee sich von der eher milden Seite zeigte. Der Wind und die Wellen kamen von hinten und die Wellen waren laut Aussage der Schiffsführung gut einen Meter hoch. Entsprechen rollte das Schiff ein wenig über seine Querachse, was ich beim Frühstück an den Panoramascheiben im Heck gut beobachten konnte.
Allerdings gab es im Laufe des Vormittags eine schlechte Nachricht für alle,
die für die Seekrankheit empfänglich sind. Also auch für meine Liebste: Im
Tagesverlauf sollte die See immer ruppiger und am Abend und in der Nacht sogar
rau werden. Natürlich kam es genau so. Schon zum Mittagessen war sich meine
Liebste nicht mehr sicher, ob sie überhaupt noch etwas zu sich nehmen sollte.
Sie tat es, hat es bei sich behalten und keine Fische gefüttert. Schade für die
Fische, gut für die Liebste.
Das Abendessen hat sie dann aber doch ausfallen lassen und sich lieber ins Bett
gelegt, denn liegend war das nun wilder werdende Geschaukel für sie besser zu
ertragen. Sie ist aber nicht die einzige Person, die unter diesen Bedingungen
leidet. Die Bar war heute Abend verdächtig leer!
Und so sitze ich nun hier in einem schaukelnden Schiff und lausche dem Knarzen und Ächtzen, dem Rollen und Klimpern der diversesten Gegenstände, während ich diesen Bericht schreibe. Mit einem kleinen schmunzeln denke ich an meinen Weg von der Bar zurück zur Kabine. Ein Schlingern und Eiern war das, ein Stolpern und Tappeln, dass es den Zuschauern zum Lachen gereichte. Das Gehen bei derartigem Seegang fällt einer Landratte wie mir derzeit echt schwer. Aber noch zwei drei weiterer solcher Tage und auch das dürfte wieder funktioneren. Nur meine Liebste wäre ich bestimmt los. Zumindest würde sie in einen Generalstreik treten, wo ich doch behauptet hatte, diese Tour an Norwegens Küste entlang wäre wie Bus fahren. Da bin ich froh, dass wir gegen acht Uhr am kommenden Morgen in Stavager einlaufen und das Schiff mitten in der Stadt parkt. Dann ist erst mal Schluss mit der Wackelei und ich kann die MS Finnmarken endlich von außen auf ein oder mehrere Fotos bannen.
Nachspann und Fotos
Noch eine Korrektur zum letzten Beitrag: Bei dem Quadratmeterpreis für die
Elphi Eigentumswohnung hatte ich einen Betrag von 50.0000€ genannt und damit
maßlos übertrieben. Die Wohnung hatte nicht 200 sondern 400 qm. Bei Kosten von
schlappen 10.000.000€ komme ich jetzt auf einen Preis von nur 25.000€/qm. Ein
echtes Schnäppchen.
Die Fotos des letzten Beitrags haben nun auch Titel - aber es gibt noch keinen
Link zu den Originalen.

















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